Softwareentwicklung mit KI optimieren: So senken Unternehmen ihre Kosten
von Viktor Eigenseer, Software Architect & Gründer
78 % des IT-Budgets gehen für Wartung drauf
Die meisten Unternehmen geben den Großteil ihres IT-Budgets nicht für Innovation aus – sondern für das Aufrechterhalten bestehender Systeme. Laut aktuellen Studien fließen bis zu 78 % des IT-Budgets in die Wartung und den Betrieb von Legacy-Software.
Das ist kein Schicksal. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Art, wie Software betreut und weiterentwickelt wird, nicht mehr zeitgemäß ist.
KI-gestützte Werkzeuge verändern diesen Bereich gerade massiv – auch im Mittelstand, wo jeder Euro zählt.
Wo KI in der Softwareentwicklung wirklich spart
Vollautomatische Code-Generierung klingt toll, bringt in der Praxis aber wenig. Die echten Einsparungen liegen woanders:
1. Code-Analyse und Verständnis
Wenn ein neuer Entwickler ein bestehendes System übernimmt, verbringt er typischerweise 60–70 % seiner Zeit damit, den Code zu verstehen. KI-Tools wie Claude oder GitHub Copilot können:
- Bestehenden Code erklären und dokumentieren
- Abhängigkeiten zwischen Modulen aufzeigen
- Potenzielle Fehlerquellen identifizieren
Einsparung: 40–50 % der Einarbeitungszeit
2. Automatisierte Tests und Qualitätssicherung
Testabdeckung ist in vielen mittelständischen Projekten ein Fremdwort. KI generiert:
- Unit-Tests für bestehenden Code
- Edge-Case-Szenarien, an die niemand gedacht hat
- Regressionstests bei Änderungen
Einsparung: 30–40 % der QA-Aufwände
3. Dokumentation
Dokumentation kommt in der Praxis fast nie freiwillig. Mit KI ändert sich das:
- Technische Dokumentation aus dem Code
- API-Dokumentation automatisch
- Release Notes und Changelogs
Einsparung: 80–90 % des Dokumentationsaufwands
4. Refactoring und Modernisierung
Alten Code modernisieren ist mühsam und risikoreich. KI unterstützt bei:
- Migration von alten Frameworks auf aktuelle Versionen
- Umstrukturierung von Code-Architekturen
- Identifikation von technischen Schulden
Einsparung: 20–30 % der Modernisierungskosten
Was sich konkret verändert
Aus unserer Erfahrung und aktuellen Branchendaten:
- Bis zu 30 % Effizienzsteigerung in der Anwendungsentwicklung und -wartung durch KI-Tools
- 15 % niedrigere Programmierkosten durch KI-gestützte Entwicklung
- 20–40 % schnellere Feature-Entwicklung bei gleichbleibender Qualität
Für ein Unternehmen, das monatlich 15.000 € für Softwareentwicklung ausgibt, bedeutet das eine Einsparung von 2.250 bis 6.000 € pro Monat – ohne Qualitätsverlust.
Wo der Hype aufhört
KI ersetzt keine erfahrenen Entwickler. Sie ist ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wer es bedient.
KI kann nicht:
- Geschäftsanforderungen verstehen
- Architekturentscheidungen treffen
- Verantwortung für ein System übernehmen
- Komplexe Bugs in Produktivsystemen debuggen
KI kann:
- Routineaufgaben automatisieren
- Wissen schneller zugänglich machen
- Die Qualität durch bessere Tests erhöhen
- Entwickler von langweiligen Aufgaben befreien
Ein erfahrener Entwickler mit KI-Tools ist 2–3x produktiver als ohne. Ein Anfänger mit denselben Tools produziert mehr Output – aber nicht unbedingt besseren Code.
Praxisbeispiele: KI-gestützte Modernisierung in der Praxis
Kundendashboard: Code-Audit in 8 statt 20 Tagen
Ein Reiseunternehmen betrieb ein Azure-basiertes Kundendashboard. Der Freelancer war nicht mehr erreichbar, 95.000 Zeilen Code ohne Dokumentation. Mit KI-gestütztem Code-Audit haben wir das gesamte System in 8 Arbeitstagen analysiert und dokumentiert – statt geschätzter 20 Tage ohne KI. Ersparnis: 60 % der Übernahmezeit.
→ Die vollständige Geschichte: Case Study Reiser Reisen – Kundendashboard Azure
Mini-ERP: 28.000 Zeilen VBA in 10 Tagen verstanden
Ein Metallbaubetrieb hatte ein 11 Jahre altes Access/VBA-System. Zwei gescheiterte Neuentwicklungen hatten 85.000 € gekostet. Mit KI-Tools haben wir 28.000 Zeilen VBA-Code in 10 Tagen vollständig dokumentiert und die Geschäftslogik extrahiert – die Basis für eine erfolgreiche Migration.
→ Die vollständige Geschichte: Case Study Bauer Metallbau – Mini-ERP Modernisierung
Lagerwirtschaft: Delphi-Code in 7 Tagen kartiert
Ein Haustechnik-Betrieb verwaltete sein Lager über eine 16 Jahre alte Delphi-Anwendung. 42.000 Zeilen Code, keine Dokumentation. Mit KI: vollständiges Code-Audit in 7 statt 18 Tagen.
→ Die vollständige Geschichte: Case Study Schuster Haustechnik – Lagerwirtschaft
So starten Sie
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Der pragmatische Weg:
- Bestandsaufnahme – Wo liegen die größten Zeitfresser in Ihrer Softwarewartung?
- Quick Wins identifizieren – Dokumentation und Tests sind die einfachsten Einstiegspunkte
- Pilotprojekt starten – Ein überschaubares Modul mit KI-Unterstützung modernisieren
- Messen und skalieren – Ergebnisse dokumentieren und den Ansatz ausweiten
Fazit
KI verändert die Softwareentwicklung jetzt – nicht in fünf Jahren. Wer seine bestehende Software mit KI-Unterstützung betreuen und weiterentwickeln lässt, spart Geld und bekommt bessere Ergebnisse.
Sie wollen wissen, wie KI bei Ihrer Software konkret helfen kann? Lassen Sie uns darüber reden →
